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Erste Schritte mit Twitter

Für die einen ist es pure Zeitvernichtung, für die anderen die genialste Marketing-Maschine aller Zeiten. Wie kommt’s? Mit maximal gerade einmal 140 Zeichen pro Nachricht sind die Twitter-Meldungen noch nicht einmal so lang wie eine SMS, die in der Regel 160 Zeichen umfasst. Was kann man da schon an Botschaften transportieren? Der sogenannte “Microblogging-Dienst” Twitter kommt nach der Anmeldung recht minimalistisch daher und fragt den gerade registrierten Benutzer “What’s happening?” (sinngemäß: “Was passiert gerade?”). So wurden zu seinem Start im Jahr 2006 anfangs auch meist Statusmeldungen gepostet, etwa, dass man gerade aufgestanden sei und nun Kaffee trinke.

Mit der Zeit entdeckten aber immer mehr Unternehmen, dass auch mit diesen Kurzbotschaften Reichweite zu erzielen ist und Marketing betrieben werden kann. Denn Nachrichten können sich über Twitter in Windeseile verbreiten – Twitter

ist damit ein ideales Medium für virales Marketing. Wie funktioniert’s?

Der Start bei Twitter

Die Registrierung erfolgt über die Seite www.twitter.com. Im unteren Bereich der Seite kann die Sprache auf Deutsch umgestellt werden. Zur Registrierung gibt man lediglich (s)einen Namen, eine gültige E-Mail-Adresse und ein Passwort ein. Auf der Folgeseite wird dann geprüft , ob der Nutzername schon vergeben ist, die E-Mail-Adresse schon mal bei Twitter registriert wurde und wie es um die Passwort-Sicherheit bestellt ist. Sollte der gewünschte Nutzername schon vergeben sein, macht Twitter alternative Vorschläge. Durch Klick auf den großen gelben

Button “Mein Benutzerkonto erstellen” wird das Twitter-Konto angelegt. Dann folgt ein Tutorial, natürlich in Form von kurzen Twitter-Nachrichten.

Das Grundprinzip bei Twitter besteht im “folgen und gefolgt werden”. Wenn ich jemandem “folge”, verfolge (also lese) ich seine Nachrichten. Folgt mir jemand, so liest er – mehr oder weniger regelmäßig – was ich zu sagen habe. Man könnte

auch davon sprechen, dass man Nachrichten anderer Twitterer abonniert und auch andere Twitterer Ihre Nachrichten abonnieren. Das kann, muss aber nicht wechselseitig erfolgen.

Diese Nachrichten werden auf der eigenen Twitter-Seite in einer sogenannten Timeline angezeigt, also einer zeitlich geordneten Liste von Nachrichten, die sich selbst aktualisiert. Folge ich nur wenigen Personen, so sind es wahrscheinlich nur wenige Nachrichten, die über diesen “Ticker” laufen. Folge ich vielen Personen, so kann es sein, dass sich sehr viele Nachrichten ansammeln. Aus diesem Grund wird man nie alle Nachrichten genau lesen, sondern immer nur kurz überfliegen, ob etwas für einen selbst Interessantes dabei ist. So gut wie niemand macht sich die Mühe, alle Nachrichten seit seinem letzten Einloggen zu lesen. So bekommt man also immer nur einen aktuellen Ausschnitt dessen, was die Menschen gerade bewegt, mit.

Anfangs macht es auch bei Twitter Sinn, erst einmal nur mitzulesen. Wegen der Kürze der Botschaften haben sich viele Abkürzungen und Besonderheiten entwickelt, die man am besten nach und nach lernt. Nach einer Weile sollte man dann selbst ins “Gezwitscher” einstimmen, denn für das eigene Marketing muss man sich natürlich auch irgendwann Gehör verschaffen. Vielleicht legen Sie auch zunächst einen privaten Account an, mit Hilfe dessen Sie sich erst einmal mit Twitter vertraut machen. Fühlen Sie sich dann nach einiger Zeit sicher, legen Sie einen zweiten Account für Ihr Marketing bei Twitter an. Wichtig: Sie können nicht zweimal den gleichen Nutzernamen und – ganz entscheidend – auch nicht zweimal die gleiche E-Mail-Adresse verwenden. Wählen Sie also mit Bedacht, was Sie wofür verwenden wollen.

Corporate Design

Die Seite, die Twitter für Sie einrichtet, können Sie mit wenigen Mausklicks farbig verändern. Das mag für einen privaten Twitter-Account noch ganz nett sein – für eine geschäftliche Twitter-Seite sind die angebotenen Designs weniger geeignet. Der Hintergrund ist aber ganz leicht über eine hochzuladende Grafik selbst frei gestaltbar. Ähnlich wie bei meinem Beispiel gehen inzwischen viele Twitterer dazu über, Daten über das eigene Angebot und Unternehmen in den linken Bereich der Grafik einzubinden. Achten Sie darauf, die linke Infospalte nicht zu breit anzulegen (maximal 300Pixel), da die Twitter Seite dynamisch ist und der Inhalt des Hintergrunds von der Timeline überlagert wird, wenn das Browserfenster zu schmal geöffnet ist.

Nutzen Sie unbedingt auch die Möglichkeit, ein eigenes Foto einzubinden. Das kann natürlich auch Ihr Logo sein, gerade, wenn mehrere Mitarbeiter Ihres Unternehmens unter diesem Account twittern. Denn das Foto wird links neben jeder einzelnen Twitter-Nachricht eingeblendet und hilt dem Leser beim schnellen optischen Filtern der Nachrichten. Man nennt dieses Foto auch einen “Avatar”. Vergessen Sie auch nicht den Bereich “Bio”. Hier haben Sie 160 Zeichen zur Verfügung, um in aller Kürze etwas über Ihr Unternehmen mitzuteilen.

Kürzer kann ein Elevator-Pitch kaum sein! Diese Information wird direkt unter Ihrem Twitter-Namen auf Ihrer Proi lseite angezeigt und ist ein wichtiges Marketing-Instrument. Da für Ihre Webadresse eine eigene Rubrik besteht, müssen Sie diese hier nicht einbauen – aber wie wäre es mit Ihrer Telefonnummer zur direkten Kontaktaufnahme?! Bei der Angabe Ihrer Website können Sie in Erwägung ziehen, ähnlich wie für eine Adwords-Kampagne eine eigene Landingpage für Twitter zu erstellen. So können Sie gut nachvollziehen, wer von Twitter aus Ihre Website besucht hat, und außerdem Ihren Followern konkrete Angebote machen.

Follower

Wenn Sie beginnen, anderen Twitterern zu folgen, werden Sie feststellen, dass viele von diesen auch Ihnen folgen, möglicherweise sogar, obwohl Sie sich noch nie zu Wort gemeldet haben. Die ursprüngliche Grundidee von Twitter bestand darin, dass sich Freunde über ihre aktuellen Aktivitäten auf dem Laufenden halten. Sie können, aber müssen nicht, automatisch jedem folgen, der Ihnen folgt. Wie alle Plattformen im Internet, auf denen viele Nutzer zu finden sind, finden sich auch hier immer wieder Spammer ein, die sich den Reflex vieler Twitterer zunutze machen, um Ihre Spam-Nachrichten unters Volk zu mischen. Prüfen Sie also immer sehr genau, wem Sie da eigentlich folgen. Und prüfen Sie von Zeit zu Zeit auch Ihre eigene Follower-Liste.

Was Twittern?

Wenn Sie eine Weile das Gezwitscher in Ihrer Timeline verfolgen, werden Ihnen die ersten Ideen kommen, über welche Themen Sie für Ihr Unternehmen twittern können. Am besten legen Sie sich eine Liste an, auf der Sie Ihre Ideen notieren. Haben Sie später nämlich im Tagesgeschäft wenig Zeit für Ihren Twitter-Kanal, fallen Ihnen diese meist leider nicht automatisch wieder ein. Als Anregung hier einige Vorschläge:

  • Hinweise auf Veranstaltungen in Ihrem Unternehmen (Tag der offenen Tür)
  • Sonderangebote mit Link auf Ihr Produkt direkt im Online-Shop
  • Links auf Ihre News
  • Links auf Ihre neuen Weblog-Posts
  • Nachrichten aus Ihrer Branche, die Sie “retweeten” – also weiterleiten
  • Links zu Sites im Netz, die für Ihre Kunden und Interessenten von Bedeutung sein könnten
  • Statusmeldungen zu Ihrem Aufenthaltsort (beispielsweise bei Messen)
  • Eine ganze Serie von Tipps, die aufeinander aufbauen

Einige Unternehmen bieten erfolgreich ihren Kundenservice über Twitter hat. Hat ein Nutzer beispielsweise Fragen zu einer Software, so kann er diese auch per Twitter loswerden und schnell eine Antwort erhalten.